Alles hat sein Ursprung mit einem simplen Wunsch: Eigenes machen, Eigenes haben. Eigene Weine, andere Weine. Als Württemberger ist man ein Kind des Rotweines. Den ersten, intensiveren Kontakt zu Riesling hatte ich ab September 2002. 4 Jahre Studium in Geisenheim, 4 Jahre Rheingau und Mittelrheintal, das prägte Nase und Gaumen. Den knappen ‚Studenten-Euro' in Wein investiert, trat man zum Wochenende die Heimfahrt an um die ‚Riesling-Infektion' auf die Familie zu übertragen. Was jedoch infiziert? Es ist für mich eindeutig der Facettenreichtum, die klare Linie, die Abgrenzung, die Steigerung, der Effekt von später Lese und Langlebigkeit, das präzise Hinarbeiten im Weinberg auf einen bestimmten Typus und so weiter und so fort…
‚Terroir', ein Hirngespenst?, auf alle Fälle etwas, dass ich mir schwer vorstellen konnte. Nach dem Studium lernte ich auch dies zu verstehen. An der südlichen Weinstrasse wohl gemerkt! Hier durfte ich Terroir in Vollendung erfahren, insbesondere beim Riesling. Und wie schmeckt der Heimische? Gut! Aber es gibt eben Besseres! Aber da gibt es eine 1993er Riesling Beerenauslese und von jener Beerenauslese auch eine trockene Auslese. Was ein Stoff! Also es gab mehr als nur den jungen Riesling, nachdem schon im Dezember, keine 2 Monate nach seiner Ernte, gefragt wurde. Keine Zweifel, dass zu tun was nachgefragt ist, ist logische Konsequenz. Aber mein erster Wein sollte die Riesling-Tradition, meiner Großvater- und Vatergeneration aufleben lassen. Generation war das Stichwort, denn nichts verkörpert für mich deutlicher Entwicklung, Ursprung, Fortschritt und nicht zuletzt die Familie.
Die schwarz-weiße Etikette ist eine Wohltat für meine Augen! Schon als Kind griff ich, zum Unmut meiner Mutter, fast ausschließlich zur Farbe schwarz oder zum Bleistift und der Rest blieb eben weiß. Das in die Horizontale gedrehte Doppelkreuz symbolisiert klar die ‚Stalldazugehörigkeit' zum Weingut und zur Familie. Die vertikalen Initialen ‚mw' in traditioneller Frakturschrift sollen andeuten, dass Tradition auch innovativ ‚verdreht' werden kann, um in Kombination vielleicht besser zu sein.
Zur GENERATION soll nicht einfach alles ‚rekrutiert' werden was besonders gut ist, sie soll einzig das beheimaten, was mir als junger Winzer in faszinierender Weise ans Herz gewachsen ist.
Ohne Tradition gibt es keine Innovation, mit der GENERATION möchte ich beides miteinander verknüpfen. Seit drei Generationen wird im Weingut Sankt Annagarten Wein gemacht, es hat sich seither viel positiv entwickelt. So können wir als neue Generation feststellen, dass wir das "Rad nicht neu erfinden", lediglich verbessern müssen. Es sind Dinge verloren gegangen oder außer Mode gekommen, die jedoch nicht zwingend falsch waren. Für mich ist es eine Expedition zurück in die Zukunft - im wahrsten Sinne der Worte- mit den erfahrenen Generationen zusammenzuarbeiten und manche Dinge für uns und Sie (wieder)-zuentdecken.
In Verbindung mit moderner Technologie bildet sich ein fast unerschöpfliches Spannungsfeld. Von einander zu lernen, Wissen und Erfahrung austauschen, zu akzeptieren und zu respektieren sind wichtige Prozesse um das Mosaik zusammenzusetzen, was uns in unserer Tätigkeit weiterbringt.
Diese Dinge in unserer gemeinsamen Leidenschaft, dem Wein, zu verankern, war die Intuition für die Weinlinie GENERATION.
Sehr zum Wohle und viel Spaß mit den GENERATIONEN,
die GENERATION mw

Marcel Wiedenmann
Die GENERATION mw